Liebe Leser*innen,
jetzt fragen Sie sich bestimmt: Was bitte sind Alltagsengel?
Nun, vermutlich kennen Sie welche. Vielleicht begegnen sie Ihnen täglich – im Treppenhaus, im Büro oder an der Supermarktkasse. Sie fallen nur nicht auf, denn Alltagsengel beherrschen die hohe Kunst des Unsichtbarseins. Sie helfen, ohne Applaus zu erwarten, schenken Zeit, Wärme und Mitgefühl – und verschwinden wieder leise.
In der diesjährigen Adventszeit durften Frau Schikora und ich nicht nur einem, sondern gleich einem ganzen Netzwerk solcher Alltagsengel begegnen. Kennengelernt haben wir sie nicht persönlich – aber wir wissen jetzt mit absoluter Gewissheit: Sie existieren wirklich.
Aber von Anfang an …
Eine dieser Alltagsengel heißt Sabrina. Ehrenamtlich organisiert und koordiniert sie die Aktion „Wunschbaum Dessau-Roßlau“. Ihre Mission: Menschen, die gerne schenken möchten, mit Menschen zu verbinden, die es aus ganz unterschiedlichen Gründen gerade nicht leicht haben. Eine einfache Idee – mit großer Wirkung.
Nach einem kurzen Austausch war klar: Auch die Kinder aus den Familien, die wir begleiten dürfen, sollten in diesem Jahr Teil dieser besonderen Aktion sein. Gerade die Weihnachtszeit stellt viele Familien vor enorme Herausforderungen. Wenn das Geld knapp ist, geraten Wunschzettel schnell ins Wanken – oder bleiben ganz leer.
Umso schöner war der Moment, als wir gemeinsam mit Eltern und Kindern Wunschzettel ausfüllten. Da wurde überlegt und manchmal auch zaghaft gefragt:
„Meinst du, das darf ich mir wünschen?“
Ja. Das durfte es.
Die Wunschzettel wurden an Sabrina weitergeleitet – und dann geschah etwas, das uns selbst ein wenig sprachlos machte. Ich habe die Aktion im Internet verfolgt und konnte kaum glauben, was passierte: Innerhalb eines einzigen Tages hatte jeder Wunsch seinen Wünscheerfüller gefunden. Einfach so. Zack. Ein kleines Weihnachtswunder.
Doch damit nicht genug: Die eigentliche Zauberei begann erst danach. Denn weder die Schenkenden noch die Beschenkten durften voneinander wissen. Diskretion, Organisation, Logistik – kurz gesagt: Engelarbeit. Und genau die leistete Sabrina mit beeindruckender Ruhe und ganz viel Herz.
Am Ende standen leuchtende Kinderaugen, gerührte Eltern und das Gefühl, dass Weihnachten manchmal genau dort entsteht, wo Menschen füreinander da sind – ganz leise, ganz selbstverständlich und ohne Flügel, aber mit umso mehr Herz.
Danke an alle Alltagsengel da draußen.
Sie machen diese Welt wärmer. Jeden Tag. ❤️
Angelika Zaizek / Sabine Schikora